Rückblicke, Einblicke und Ausblicke in die Arbeit der Feuerwehr

27.03.2026
Feuerwehr
Dienstversammlung der Führungsspitzen der Landkreisfeuerwehren

Die Bedeutung der Veranstaltung erkennt man auch daran, dass Landrat Markus Müller an diesem Abend ein Grußwort an die versammelte Mannschaft richtete. Kreisbrandrat Frank Schmidt hieß ihn zu Beginn in seinem eigenen Sitzungssaal willkommen – traf man sich doch wie üblich zentral gelegen im Landratsamt in Dillingen. Der große Sitzungssaal ist durchaus angemessen, kommen doch die Wehrführungen (Kommandantinnen und Kommandanten sowie deren Stellvertreter) von 93 Freiwilligen Feuerwehren und drei Werkfeuerwehren zusammen. Dazu die Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes, der Kreisbrandinspektion und der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung. Aus den Reihen der Bürgermeister konnten Tobias Steinwinter, Stephan Karg und Anton Winkler begrüßt werden.  

Mit Michael Zimmermann und Thorsten Lauer waren die beiden höchsten Vertreter der aktiven Feuerwehrdienstleistenden und des Kreisfeuerwehrverbandes aus dem benachbarten Landkreis Heidenheim a.d. Brenz zugegen. Immer wieder arbeiten die Feuerwehren grenzübergreifend bei entsprechenden Einsatzlagen gut zusammen. Peter Bohmann und Wolfgang Piontek hatten ein “Heimspiel”. Als Mitglieder der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) sind die beiden von Berufs wegen am Landratsamt tätig. 

In seinem Einsatzbericht des Jahres 2025 konnte Kreisbrandrat Schmidt einen leichten Rückgang der Einsatzzahlen auf einem jedoch weiterhin hohen Niveau vermelden (1488 Einsätze gegenüber 1579 im Vorjahr). Beinahe die Hälfte der Alarmierungen fällt dabei unter das Stichwort der Technischen Hilfe, also beispielsweise Verkehrsunfälle, Unwetterschäden, Unterstützung des Rettungsdienstes. Mit 427 Alarmierungen zu Bränden ist das namensgebende Geschäft der Feuerwehr auf dem zweiten Platz der Statistik. Es folgen Fehlalarme, Sicherheitswachen und glücklicherweise ganz zuletzt Gefahrstoffeinsätze, obgleich hierfür 43 Alarmierungen erfolgt waren. 

All diese Einsätze benötigen Personal. 411 Feuerwehrfrauen und 3148 Feuerwehrmänner leisten in den Freiwilligen Wehren ihren Dienst an der Gemeinschaft. Die Werkfeuerwehren stellen insgesamt 112 Feuerwehrleute (davon acht Frauen) im Kreis Dillingen. Damit auch für die Zukunft stets genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, ist die Jugendarbeit ein wichtiges Thema. 53 Jugendfeuerwehren und acht Kinderfeuerwehren gibt es im Landkreis. Die Mädchen sind hier erfreulicherweise recht stark vertreten (521 Jungs, 286 Mädchen). Auch Landrat Müller lobte die gute Jugendarbeit in seinem Grußwort ausdrücklich. Er hatte im Sommer das Jugendzeltlager in Schretzheim besucht und sich ein persönliches Bild gemacht. 

In seinem Grußwort zollte Landrat Müller den Feuerwehrleuten großen Respekt für ihren Einsatz zum Schutz der Bevölkerung bei Notfällen aller Art und erwähnte die wichtige Arbeit der Psychosozialen Notfallvorsorge (PSNV), die sowohl Einsatzkräften wie auch Angehörigen von Unfallopfern zur Seite stehen. Auch Frank Schmidt sprach dem PSNV- und Kriseninterventionsteam seinen Dank aus, was den Wert dieser nicht leichten Arbeit deutlich macht. 

Ein zentraler Punkt der Zusammenkunft ist selbstverständlich die Vorstellung neu- oder wiedergewählter Kommandanten und die Verabschiedung der aus dem Amt ausgeschiedenen Kameraden und Ehrungen sowie personelle Veränderungen in der Kreisbrandinspektion.  
Die beiden ersten Kommandanten Stephan Sporer (Feuerwehr Oberliezheim) und Robert Baumann-Oberfrank (Feuerwehr Oberglauheim) wurden von Schmidt aus ihrem Amt verabschiedet. Neben der entsprechenden Urkunde überreichte Landrat Müller noch je einen Landkreiskrug als Anerkennung ihres Dienstes an der Gemeinschaft.  
Kreisbrandinspektor Uwe Neidlinger, der viele Jahre für den südlichen Landkreis zuständig war, scheidet aus dem Amt aus. Im vorigen Herbst hatte er von Schwabens Regierungspräsidentin Barbara Schretter das Steckkreuz, die höchste bayerische Feuerwehrauszeichnung, erhalten. Ihm folgt Thomas Schuhwerk (Kdt. Feuerwehr Gottmannshofen) nach, der bisher als Kreisbrandmeister tätig war. Olaf Dehlau hatte neben seiner Haupttätigkeit als Leiter der Werkfeuerwehr BSH im Kreisfeuerwehrverband des Amt des Fachberaters Gefahrgut inne, welches er an Rudi Eser übergibt (Kdt. Feuerwehr Wertingen).  
Landrat Müller konnte zudem von der im Kreisausschuss genehmigten zusätzlichen Kreisbrandmeister-Stelle (KBM) berichten. Der Bereich des bisherigen KBM Schuhwerk wird neu geordnet und auf die beiden neuen Kreisbrandmeister Christian Thoma (Kdt. Feuerwehr Rieblingen) und Alexander Kröss (Stv. Kdt. Feuerwehr Villenbach) aufgeteilt. 

Ehrungen durch Kreisbrandrat und Landrat ergingen an Jürgen Schäferling (Ehrenkreuz Silber des Bayerischen Feuerwehrbandes), Daniel Müller (Bandspange Silber) und BRK-Kreisbereitschaftsleiter Wilhelm Nittbaur (Bandspange Silber). Nittbaur erhält die Auszeichnung für die jahrelange gute organisationsübergreifende Zusammenarbeit und Unterstützung der Feuerwehren insbesondere im Verpflegungsbereich bei Einsätzen und Versammlungen. 

Einige Ausblicke auf bevorstehende Projekte und Anschaffungen gab Frank Schmidt: Sicherlich die wichtigste Maßnahme für die Feuerwehren des Landkreises ist hierbei der Neubau der Atemschutz-Übungsanlage und der Atemschutz-Werkstatt. Denn aus jedem Winkel des Kreises kommen die Atemschutzgeräte zur Wartung und die Feuerwehrleute zum Üben nach Dillingen.  
Zur bereits von Landrat Müller angesprochenen Initiative “Region der Lebensretter” hatte auch der Kreisbrandrat Anmerkungen. Das App-basierte Alarmierungssystem sucht in einem Herz-Kreislauf-Notfall die nächstgelegenen qualifizierten und registrierten Ersthelferinnen und Ersthelfer, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Eine wachsende Zahl angemeldeter Ersthelfenden habe das Potenzial, sich positiv auf die mittlerweile sehr hohe Zahl von Feuerwehralarmierungen zu Reanimationen auszuwirken. In diesem Sinne warben Müller und Schmidt dafür, dass sich flächendeckend noch mehr qualifizierte Menschen, auch von außerhalb der Feuerwehr, bspw. aus dem medizinischen Bereich, bei der Initiative registrieren. Dadurch könnten einige Feuerwehreinsätze vermieden werden.  

Im Rahmen der Kommandantenversammlung wurden im Hof des Landratsamtes einige neue Fahrzeuge des Katastrophenschutzes zur Begutachtung ausgestellt, was eine gute Gelegenheit zum persönlichen Austausch zwischen den Feuerwehrleuten aus dem ganzen Landkreis Dillingen bot.